Wir lieben Saintes Maries de la Mer – wer noch?

 

Auf unseren diversen Internet Recherchen zum Thema Reisen mit dem Wohnmobil sind wir häufig auf Saintes Maries de la Mer gestossen.

Saintes Maries de la Mer wurde permanent empfohlen. Im Frühjahr, Sommer, Herbst  & Winter. Wobei – im Sommer – naja… Ich sage nur MÜCKENPLAGE.

Also sind wir auch da hin, auf unserer ersten Frühjahrsreise mit unserem alten Schätzchen Hymer B564.

Nach einer langen Anreise (von Düsseldorf sind es 1000 km) mit Zwischenübernachtung in Bulgneville und einem Abstecher an den Pont du Gard kamen wir mitten in der Nacht in Saintes Maries de la Mer an und übernachteten direkt am Strand.

 

Die Anreise

 

Morgens eine schöne Hunderunde auf Sand und ein tolles erstes Frühstück mit Meerblick – und Gendarmerie 🙂 Warum?

Wir hatten bei unserer Ankunft in der Nacht nicht gesehen, dass überall RIESEN Schilder standen auf denen „im Womo übernachten verboten“ stand… Diese erste Begegnung mit der Gendarmerie in Saintes Maries de la Mer sollte uns schon zeigen, wo wir hingekommen waren – nämlich in einen total Wohnmobil-freundlichen Ort. Wir wurden höflich darauf hingewiesen, dass das Übernachten auf dem Strandparkplatz untersagt ist und uns wurde gesagt, wo wir Campingplätze und Wohnmobil Stellplätze finden. Das war es, mehr nicht. Wir durften zu Ende frühstücken und checkten dann auf dem Campingplatz Le Close du Rhone ein.

Ein super Platz mit super Lage und „Hintertürchen“ direkt zum Strand und einen etwas längeren Steinwurf entfernt zum Städtchen. Wir hatten die Räder dabei und auch mit den Hunden war es ein schöner Strandspaziergang in den  sagenumwobenen Ort. Da derzeit keine Ferien waren, hatte ich morgens die Pool-Landschaft für mich alleine und im hinteren seitlichen Teil des Platzes standen wir fast alleine auf Wiese. Neben dem Camping befindet sich eine StrandBar und ein Anleger der Tiki-Boote.

Wir wunderten uns, die Stadt war voll, voll, voll mit Touristen & Wohnmobilen. Und das im Mai. Einen Tag später wurde uns auch klar, weshalb es so voll war.

 

Geschichtliches zu Saintes Maries de la Mer

 

Saintes Maries de La Mer ist ein alter Wallfahrtsort. Die Kirche, Notre Dame de la Mer, wurde im 14. Jahrhundert zur Wehrkirche umgebaut. Um 1448 entdeckte man – angebliche – Reliquien der beiden Heiligen Marie Jacobé & Marie Salomé. Diese Reliquien führten nach und nach zu einem speziellen „Marienkult“. Es pilgerten immer mehr Gläubige von überall her nach Saintes Maries de la Mer. Während der frz. Revolution wurde dieser Kult verboten und die Kirche teilweise zerstört.

 

Saintes Maries de la Mer

Wohnmobilstellplatz Saintes Maries de la Mer

 

Bis heute finden zwei Wallfahrten nach Saintes Maries de la Mer statt. Eine am 24. Mai (unser Reisezeitraum) und eine weitere Wallfahrt Ende Oktober zu Ehren der Marie Jacobé. Die Wallfahrt am 24. Mai zusätzlich auch zu Ehren Sara, der Schutzheiligen der Gitans (spanisch-stämmige Roma).

Die Legende besagt, zwei Jollen kamen aus Israel über das Meer, die schwarze Dienerin (Sara) ist heute die Schutzpatronin der Roma.

Und genau zum Zeitpunkt der Wallfahrt befanden wir uns in Saintes Maries de la Mer. Wirklich unbewusst. Interessant finde ich, dass die schwarze Sara offensichtlich nicht nur von spanisch-stämmigen Roma verehrt wird, sondern auch die Schutzheilige der frz. Gendarmerie zu sein scheint. Unser Campingplatz & der gesamte Ort war voll belegt mit Gendarmen.

Es fanden unzählige Strassenveranstaltungen statt. Mehr zum Thema Pilgerspektakel – schwarze Sara gibt es hier.

 

Saintes Maries de la Mer als Geheimtipp

 

Im 20. Jahrhundert wurde Saintes Maries de la Mer zu einem Geheimtipp der französischen neuen „Boheme“ und bald auch der europäischen Beatniks. Er ist und bleibt ein religiös bedeutender Ort für die Gitanes, in mancher Sommernacht entwickelt sich auf den Straßen und am Mittelmeerstrand ein spontanes Flamenco-Festival.

So ergab es sich, das wir nicht nur auf dieser Reise in Saintes Maries de la Mer einkehrten, sondern durchaus öfter vor Ort sind. Wir fühlen uns unglaublich wohl in der Camargue und speziell in diesem Örtchen. Es ist eine extrem entspannte Atmosphäre mit dem Wohnmobil in Saintes Maries de la Mer.

 

Update Ostern 2017:

Es gibt einen riesigen neuen Stellplatz, direkt am Strand und rechts vorgelagert vor dem Ort. Eigentlich direkt um die Ecke vom Campingplatz Le Close du Rhone. Diese Campingplatz ist inzwischen übernommen worden, heißt nun SUNELIA LE Close du Rhone. Es ist einiges erneuert worden und es gibt wahnsinnig schnelles Internet, auch ganz weit entfernt am hinteren Ende des Campingplatzes. Er ist nach wie vor ein recht teurer Platz.

Der neue Wohnmobilstellplatz hat ca. 6 Ver-und Entsorgungsmöglichkeiten und ist riesig groß mit direktem Meerzugang. An Ostern 2017 betrug die Gebühr pro Nacht 13,50€.

 

 

Unsere Lieblings-Reisezeit nach Saintes Maries de La Mer

 

Inzwischen bevorzugen wir den Ort tatsächlich zum Jahreswechsel. Saintes Maries de la Mer ist mega-voll mit Wohnmobilen um diese Jahreszeit. Hunderte Wohnmobile. Es ist eine tolle Gemeinschaft und wer große Tanks hat (yippieh) muss seinen Platz mit Meerblick auch nicht aufgeben um zu ver-und entsorgen. Man darf sogar ganz offiziell direkt am Strand stehen. Morgens kommt die Gendarmerie und kassiert 10€. That´s it. Des weiteren kann man den offiziellen Stellplatz und Campingplatz La Brise über Silvester nutzen. Alle 2 Stellplätze und der Campingplatz  haben direkten Zugang zum Meer, beide Stellplätze direkt Meerblick. Die historische Innenstadt mit Lokalitäten und Einkaufsmöglichkeiten ist fußläufig erreichbar. Saintes Maries de la Mer hat einen kleinen Marktplatz mit schönen Ständen mit allerlei regionalen Spezialitäten der Camargue. Macarons, Kräuter der Provence in Bio-Qualität, Stierfleisch & – wurst, Wein, Öle…

 

Update Ostern 2017:

Leider existiert der Strandplatz für 10€ die Nacht nicht mehr. Dort wird derzeit ein Beachclub gebaut, ich finde, das ist eine gute Idee – so etwas fehlte dort. Man kann an dem „alten Strandgelände“, kurz bevor es in die Salinen geht, nach links abbiegen und kommt auf einen neuen, großen und begrünten Stellplatz am Rande des Campingplatzes La Brise. Ich finde den Platz sehr gut. Wer am Meer stehen möchte, kann auf die anderen beiden Stellplätze ausweichen. Saintes Maries de la Mer hat genügend Plätze mit Meerblick im Angebot.

 

Um den Ort herum befinden sich an den Landstrassen diverse Stände von regionalen Bauern, die dort ihre eigens angebauten Spezialitäten verkaufen. Ein Paradies für mich. Es ist spürbar, dass immer mehr und enorm viel Wert auf ökologische Landwirtschaft gelegt wird. An Ostern 2017 wurde gefühlt jedes 2. Weingut ökologisch bewirtschaftet. Auch das Angebot auf den Wochenmärkten war vielfältig-ökologisch, anders als noch vor ein paar Jahren.

 

Wer Reiterferien mag, ist in Saintes Maries de la Mer ebenso richtig. Etliche Reiterhöfe bieten Reiterferien und Übernachtungsmöglichkeiten mit morgendlichen Strand-Ausritten oder Touren in die Salinen inklusive.

 

Weiße Pferde der Camargue

weiße Pferde der Camargue in Saintes Maries de la Mer

 

Ein toller Ausflug ist auch eine Reise nach Aigues Mortes. Direkt an der Stadtmauer befindet sich ein bewachter Parkplatz mit Plätzen für Wohnmobile.

In Aigues Mortes gibt es ebenfalls einen größeren Wohnmobilstellplatz – den ich aber nicht persönlich besucht habe. Ich bevorzuge Aigues Mortes für einen Tagesausflug, übernachten mag ich – wann immer möglich – in Strandnähe in Saintes Maries.

 

Also, meine Empfehlung für Euch für Silvester – fahrt nach Saintes Maries de la Mer – ihr werdet es sicherlich nicht bereuen.

 

Flamingos in Saintes Maries de la Mer

Flamingos in Saintes Maries de la Mer

 

Wer einen Hund dabei hat wird sich freuen – es wird kaum geknallt. Irgendwie gingen erst gegen 1 Uhr nachts ein paar Raketen hoch (wenig). Ich vermute mal, die Franzosen hatten um null Uhr ihr Menu noch nicht aufgegessen 😉

 

Love, Peace & Happiness 🙂

Doreen

 

Hier empfehle ich Dir meine liebsten Campingplätze der Provence. Von den einmaligen Märkten in dieser Gegend erzähle ich Dir in diesem Artikel.

 

Saintes Maries de la Mer – am liebsten Silvester
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6 Kommentare
  1. Annette Windeck sagte:

    Hallo Doreen
    Toll dein Artikel über Saintes Marie de la Mer.
    Wir waren im Oktober auch für eine Woche dort und es hat uns sehr gut gefallen,leider war die Zeit zu kurz um alles schöne zu erkunden.Deswegen benachrichtigen wir dieses Jahr auch die Jahresende dort zu verbringen,vielleicht sieht man sich dort.
    Lieben Gruß Annette

    Antworten
    • Doreen sagte:

      Liebe Annette, vielen Dank für Deine Nachricht. Ich freue mich, dass Dir mein Artikel so gut gefallen hat. Es würde mich sehr freuen, wenn wir uns einmal dort treffen würden. Dieses Jahr klappt es bei uns über Silvester leider nicht, aber im Frühjahr könnte ich mir eine Reise in die Gegend gut vorstellen. Gebt einfach Bescheid, wenn Ihr dorthin unterwegs seit.
      Liebe Grüße!

      Antworten
    • Doreen sagte:

      Hallo Anette, danke für Deinen Kommentar. Leider werden wir es dieses Jahr über Silvester nicht schaffen bis nach Saintes Maries zu fahrender Euch wünsche ich viel Freude und eine schöne Zeit!

      Antworten
  2. crosli sagte:

    Sehr schöner Artikel! Wir sind 2014 auch total zufällig auf dem Gypsy-Festival gelandet. Ich fand es richtig toll, eine super Atmosphäre dort. Vor allem hat es mein Bild der doch häufig am Rande der Gesellschaft lebenden Roma etwas verändert. Saintes-Maries-de-la-Mer selbst und auch die Camargue finde ich jetzt nicht sooo toll. Klar, der Strand ist der Wahnsinn, und wo sieht man sonst wild lebende Pferde, Stiere, Flamingos etc. Es gibt aber auch die Touripferde, die den ganzen Tag aufgesattelt in ihrem Unterstand stehen und auf zahlende Gäste warten. Die taten mir echt leid. Und mir fehlen die Berge 😉 Wir haben unsere Basis im Hinterland aufgeschlagen, hinter Arles, in den Alpilles. Wunderschön da, und für einen Tagesausflug ist man recht schnell an der Küste.

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    • Doreen sagte:

      Hallo Crosli, ich mag das Hinterland auch sehr gern. Gerade früh im Jahr liebe ich den Luberon, Haute Provence etc. Dort fühle ich mich wie in eine andere Zeit versetzt und wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich wahrscheinlich dort auch leben wollen. Es ist ein ganz besonderes Flair. Es kommt noch ein weiterer Bericht über eine Reise dorthin und meine Erfahrungen. Saintes Maries liebe ich wirklich in der kälteren Jahreszeit. Meist sind die Temperaturen dort noch sehr angenehm und es sind halt viele Gleichgesinnte unterwegs. Ich mag das, wenn man sich als Wohnmobilst willkommen fühlt. Das ist ja leider nicht überall so.ich freue mich das Du mir folgst.
      Liebe Grüße!

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Trackbacks & Pingbacks

  1. […] Am nächsten Tag zogen wir weiter Richtung Saintes Maries de la Mer. […]

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